BAU: Allianzverträge bringen alle unter ein Dach

Rechts ist ein Kasten mit einem Bild in dem Stephan Heid und Daniel Deutschmann, zwei Rechtsanwälte, in Anzügen abgebildet sind. Links sind die Logos von mediaplanet und Der Standard und darunter steht

Der Standard hat eine neue Kampagne namens „Österreichs Bauwirtschaft und Industrie“ ins Leben gerufen. Die Leitfrage lautet, wie es gelingt, Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz und Innovation nachhaltig zu sichern. 

In diesem Zuge haben unsere Partner Stephan Heid und Daniel Deutschmann über Allianzverträge im Bauwesen gesprochen. Erhöhte Kosten, Verspätungen, Konflikte und Gerichtsprozesse gehören im Bauwesen häufig dazu. Doch das muss nicht sein. Projekte auf Grundlage von Allianzverträgen belegen, dass Projektziele termingerecht, im Kostenrahmen und ohne Spannungen erreicht werden können.

Gemeinsame Ziele statt Einzelinteressen

„Der Grundgedanke ist die Ausrichtung der Interessen aller Beteiligten auf gemeinsame Projektziele“, erklärt Stephan Heid. Erreicht wird dies durch ein Vergütungsmodell mit Bonus-Malus-Regelung, die vom Erreichungsgrad abhängig ist. Außerdem werden die Risiken weitgehend gemeinsam getragen. Auch die Organisationsstruktur und Risikoteilung unterscheiden sich von „klassischen“ österreichischen Bauverträgen.

Österreich zögert trotz internationaler Erfolge

Bereits seit fast 40 Jahren werden mit partnerschaftlichen Vertragsmodellen international überdurchschnittliche Projektergebnisse erzielt. In vielen Ländern ist das Allianzmodell bereits Standard für die Abwicklung komplexer Projekte. „Große Infrastrukturauftraggeber:innen, wie zum Beispiel die ÖBB, ASFINAG, TIWAG, DB, Amprion oder SBB, setzen seit einigen Jahren vermehrt auf eine partnerschaftliche Projektabwicklung“, betont Daniel Deutschmann.

Dennoch zeigt sich, dass viele Auftraggeber:innen einen Umstieg häufig noch als zu „riskant“ wahrnehmen. Erst wenn sie konkrete Praxisbeispiele sehen, ändern sie ihre Meinung. Daniel Deutschmann sieht daher weitere Pilotprojekte und deren transparente Veröffentlichung der Erfahrungen als essenziell.

Unsere Kanzlei hat 2017 den allerersten Allianzvertrag in Österreich umgesetzt. Seither wurden 13 Allianzverträge mit einem Projektvolumen von insgesamt rund 1,74 Milliarden Euro von uns begleitet. „Sieben dieser Bauprojekte sind bereits beendet und bestätigen die internationalen Erfolge: überdurchschnittliche Projektergebnisse, hohe Zufriedenheit der Beteiligten auf der Baustelle und in der Führungsebene, keine Konflikte im Projekt, keine jahrelangen Streitigkeiten über Mehrkosten und keine Gerichtsverfahren“, resümiert Stephan Heid.

Ungewohnte Harmonie

Möglich wird die im Bauwesen nicht unbedingt übliche Harmonie durch eine gemeinsame Risikotragung. Einzelne Risiken oder daraus resultierende Schadensfälle werden nicht dem jeweiligen „Verantwortlichen“ zugewiesen, sondern gemeinsam getragen – so lässt sich auch in den folgenden Bauabschnitten ein hohes Maß an Kosten- und Terminsicherheit erreichen.

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