Der Bau & Immobilien Report hat mit unseren Partnern Stephan Heid und Daniel Deutschmann über die Chancen und Hürden kooperativer Projektabwicklung gesprochen. Vor neun Jahren setzten wir den ersten Allianzvertrag in Österreich um. Trotz wichtiger Fortschritte und beeindruckender Ergebnisse sind kooperative Vertragsmodelle noch immer nicht der Standard. Was es braucht, um partnerschaftliche Vertragsmodelle in der Breite zu verankern, erklären unsere Partner im Interview.
Kulturwandel statt Konfrontation
Eine der zentralen Hürden bleibt die „Neuartigkeit“ kooperativer Modelle: Fehlende Erfahrungen führen auf beiden Seiten zu Unsicherheit und Skepsis. Pilotprojekte und deren transparente, öffentliche Aufbereitung sind daher essenziell. „Auch das in der österreichischen Baubranche noch tief verankerte ‚Wir gegen die‘-Denken hemmt die Umsetzung kooperativer Projekte“, erläutert Stephan Heid. Daniel Deutschmann betont, dass es dafür eines tiefgreifenden Kulturwandels bedarf, „weg von einer konfrontativen ‚Claim-Kultur‘, hin zu echter Partnerschaft auf Augenhöhe“.
Die Schaffung einheitlicher Standards ist ein weiterer wesentlicher Schlüssel zur flächendeckenden Anwendung kooperativer Modelle. Leitfäden wie das Merkblatt der Österreichischen Bautechnikvereinigung (ÖBV) „Alternative Vergabe- und Vertragsmodelle“ bieten hierfür eine erste Grundlage.
Erfahrungen aus 16 Allianzprojekten
Seit 2017 haben wir die Umsetzung von 16 Projekten mit Allianzverträgen fachlich begleitet. Diese Projekte konnten regelmäßig im Zeitrahmen und sogar unter dem geplanten Kostenbudget realisiert werden. Außerdem kann das Optimierungspotenzial durch die Erfahrungswerte der Auftragnehmer:innen ausgeschöpft werden. Ein aktuelles Beispiel für eine erfolgreiche Weiterentwicklung ist die Modernisierung der zweiten Etappe des Tauerntunnels durch die ÖBB, bei der zusätzlich zum Allianzvertrag eine gewerkeübergreifende Incentive-Vereinbarung getroffen wurde. Dadurch konnte die termingerechte Inbetriebnahme als oberstes Ziel verankert werden.
Das Projekt im Vordergrund
Auf die Frage, wie sichergestellt werden kann, dass bei kooperativen Projekten tatsächlich das Projekt und nicht das eigene Unternehmen im Vordergrund steht, betont Stephan Heid: „Die ‚Kunst‘ bei der Abwicklung kooperativer Projekte ist, die Zusammenarbeit so zu gestalten, dass ein Vorteil für das Projekt auch ein Vorteil für das einzelne Unternehmen ist.“
Lesen Sie hier das vollständige Interview:


