Die Plattform für Mobilität GSV hat ihr Jahrbuch Mobilität für das Jahr 2025 veröffentlicht. Darin stach die Thematik der Allianzverträge durch einen Fachbeitrag von uns besonders heraus. Unser Partner Daniel Deutschmann erläuterte gemeinsam mit unserem Rechtsanwaltsanwärter Maximilian Cortolezis, was partnerschaftliche Vertragsmodelle für Infrastrukturprojekte so erfolgreich macht.
Weniger Konflikt, bessere Projektergebnisse
In der Baubranche gab und gibt es einige Problematiken, die schon so lange bestehen, dass sie als normal empfunden werden: Kostenüberschreitungen, Terminverzögerungen und Konflikte, die zu langjährigen Gerichtsverfahren ausarten können.
Dabei gibt es einen Ansatz der all diese Urprobleme behebt – der Allianzvertrag. Dieses Modell fokussiert die Aufmerksamkeit aller Beteiligten auf partnerschaftliches Handeln und gemeinsame Ziele. Das trägt nicht nur zur Vermeidung von Konflikten bei, es ermöglicht es, die besten Lösungen für das Projekt zu finden.
Partnerschaftliche Vertragsmodelle sind nicht neu. Schon seit fast vier Jahrzehnten werden sie im Ausland angewendet – mit klaren Erfolgen. Bessere Projektperformance, termingerechte Fertigstellungen und deutlich weniger Streitigkeiten.
Die entscheidenden Unterschiede
Es gibt einige Punkte, die Allianzverträge klar von einem klassischen ÖNORM-Vertrag unterscheiden. Dazu gehört das dreistufige Vergütungsmodell. Teil 1 ist für die tatsächlichen Kosten, wie Materialkosten. Teil 2 beinhaltet alle indirekten Kosten wie Versicherungen und Teil 3 ist die Bonus-Malus-Systematik. Je nachdem, ob eine Kostenunterschreitung oder Kostenüberschreitung vorliegt, bekommen die Beteiligten entweder einen Bonus oder einen Malus.
Ein weiterer essenzieller Unterschied ist die gemeinsame Risikoübernahme. Das gemeinsame Tragen der Risiken motiviert, gemeinsam Lösungen zu finden. So steht der Projekterfolg immer an erster Stelle. Sollten dennoch Unstimmigkeiten aufkommen, gibt es in Allianzverträgen einen mehrstufigen, standardisierten Konfliktlösungsprozess.
Vorarlberg macht es vor
Der geplante Stadttunnel im vorarlbergischen Feldkirch zeigt in der Praxis, wie Allianzverträge als Erfolgsmodell für Infrastrukturprojekte dienen. Der ca 1.200 m langen Erkundungsstollen Tisis wurde als Allianzvertrag ausgeschrieben und war ein voller Erfolg: Die Bauzeit wurde unterschritten und gleichzeitig gab es eine deutliche Kosteneinsparung. Das überzeugte die Stadt Feldkirch und die Vorarlberger Netz AG, auch das Hauptbaulos als Allianzvertrag auszuschreiben.
Lesen Sie mehr hierzu im aktuellen Jahrbuch Mobilität der GSV.


