VERGABE: Was ist Outcome-Based Procurement?

Ein Mann in einem Anzug steht links im Bild. Im Hintergrund sind Kräne zu sehen und oben rechts ist das Logo des Bau & Immobilien Reports.

Bei Outcome-Based Procurement schreiben Auftraggeber:innen nicht mehr den Bauprozess aus, sondern die Leistung eines Bauwerks. Zum Beispiel eine „Brücke mit einer Verfügbarkeit von 99,5 Prozent über 30 Jahre mit optimierten Lebenszykluskosten“. Vergütet wird nicht mehr nur die Errichtung, sondern die tatsächlich erreichte Leistung über den gesamten Lebenszyklus. In der aktuellen Ausgabe des Bau & Immobilien Report hat unser Vergaberechtsexperte Stephan Heid seine Einschätzung zu der Thematik abgegeben.

Ein Paradigmenwechsel?

„Damit gewinnen Verfügbarkeit, Energieeffizienz, Nutzungsqualität, Robustheit und Wartungsaufwand gegenüber den reinen Errichtungskosten an Gewicht“, erklärt Stephan Heid. Er sieht darin einen echten Paradigmenwechsel. Auch international gewinnt der Ansatz an Bedeutung: Großbritannien diskutiert ihn unter dem Begriff „Procuring for Value“, der australische Bundesstaat Queensland veröffentlichte 2025 einen eigenen Leitfaden. Die ASFINAG schreibt etwa Tunnelausrüstung bereits weitgehend funktional aus.

Wo liegen die Grenzen?

Stephan Heid sieht aber auch Grenzen und bezweifelt, dass sich solche Modelle zumindest bei rechnungshofkontrollierten öffentlichen Auftraggeber:innen rasch etablieren werden. Entscheidend sei die Qualität der Ausschreibung: Die Ergebnisse müssen messbar, überprüfbar und vergaberechtlich belastbar definiert werden. Statt „möglichst hohe Qualität“ braucht es konkrete Kennzahlen für Verfügbarkeit, Reaktionszeiten, Energieverbrauch oder Nutzungsparameter. Zudem muss die Einhaltung während der gesamten Vertragslaufzeit überprüft und gegebenenfalls mit Vertragsstrafen verknüpft werden können.

Wie geht es in Österreich weiter?

Der Schritt zu einem umfassenden Outcome-Based Procurement wäre groß. Bis dahin zeigen funktionale Ausschreibungen, Lebenszykluskostenbetrachtungen und Value Engineering, dass die Grundidee einer stärkeren Ergebnisorientierung hierzulande keineswegs fremd ist. Auftraggeber:innen müssten klarer definieren, welche langfristige Leistung sie benötigen und gleichzeitig mehr Freiheit bei der technischen Umsetzung zulassen. Auftragnehmer:innen wiederum würden größere Verantwortung für das tatsächliche Ergebnis übernehmen. Voraussetzung sind eindeutig messbare Zielgrößen und geeignete Vertragsmodelle.

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag im Bau & Immobilien Report: